Berufliches Profil

Gerd Huss

Diplom-Psychologe +

zertfizierter Hypnotherapeut der Deutschen Gesellschaft für Hypnose (DGH) –  ausgebildet in Systemischer Psychotherapie und  Klinischer Hypnotherapie.

Berufliches Profil

über 30 Jahre psychologische Erfahrung

Gerd Huss schloss 1986 sein Psychologie-Studium an der Goethe – Universität in Frankfurt ab; einige Jahre später nach klinischen Erfahrungen dann auch seine systemische Ausbildung am Institut für Paartherapie und Familiendynamik in Bad Homburg ab. Innerhalb dieser viereinhalb Jahre systemischen Ausbildung galt es als ein jährlicher Höhepunkt, an dem Wochenend-Seminar bei Prof. Paul Watzlawick, einem der berühmtesten Familientherapeuten und ein Schüler der ihrerseits berühmten Klassiker Viktor Frankl und Milton Erickson, teilzunehmen und persönlich davon zu profitieren. Gerd Huss erwarb dann 1994 die Qualifikation des Berufsverbands Deutscher Psychologen (BDP) „Klinischer Psychologe/Psychotherapeut“.

Er führte ab 1994 seine psychotherapeutische Praxis in Usingen/Taunus und begann parallel dazu seine berufliche Laufbahn in der systemischen Organisationsberatung. In diesem Wirkungsfeld arbeitete er bis 2010 in Seminaren und Coaching an Themen der Führungskräfteentwicklung. Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) war er akkreditierter Coachingpartner für den Kreis der oberen Führungskräfte. Diese Erfahrungen sind wertvoll und interessant für berufsbezogene Fragestellungen oder Zielsetzungen mancher Klienten.

Von 2010 – 2017 arbeitete Gerd Huss neben seiner Praxistätigkeit in Gießen freiberuflich für ein Privates Sanatorium und erweiterte damit seine klinischen Erfahrungen im Rahmen dieses exzellenten Psychosomatischen Krankenhauses , speziell auch gerade in der Trauma-Therapie.

Ab 2017 bietet Gerd Huss in seiner Doppelpraxis auch in Bad Homburg Hypnose in Zusammenspiel mit Psychotherapie oder Beratung an.

Gerd Huss ist zertifiziertes Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hypnose (DGH), einer der beiden großen und auch international vernetzten Gesellschaften für „Klinische Hypnose“ in Deutschland. Siehe Therapeutenliste der DGH:
Er wirkt stetig mit an den jährlichen Kongressen und durchläuft intensive Fortbildungs-Workshops wie z.B. bei Woldemar Hartmann, einem weltweit anerkannten Experten für Trauma-Therapie und Egostate-Therapie.

Er wurde in der DGH ausgebildet im Curriculum bei Prof. Walter Bongartz, einem weltweit renommierten Experten für Klinische Hypnose, der sich durch seine Studien ebenso wie Prof. Dirk Revenstorf federführend für die in Deutschland erst 2005 erfolgte Anerkennung von Hypnose als Wissenschaftliche Diszplin auszeichnete.

Hypnose-Therapien finden nach terminlicher Vereinbarung in Gießen oder in Bad Homburg statt.

Gerd Huss
Diplom-Psychologe (Universität Frankfurt /Main)

Weitere Ausbildungen/Zertifizierungen:

+ „Klinischer Psychologe“ (Bund Deutscher Psychologen / BDP)
+ „Klinischer Hypnosetherapeut“ (Deutsche Gesellschaft für Hypnose / DGH)
+ „Psychotherapeut für systemische Therapie und Paar- und Familientherapie“
+ Heilerlaubnis nach §1 HPG

+ Bereits seit seinem ersten Studienabschluss der Sozialpädagogik 1976 konzentrierte sich Gerd Huss auf die Praxisfelder der Sozialpsychologie und arbeitete vor dem Psychologie-Studium zunächst einige Jahre in der Jugendberatung und Familientherapie.

Was ist Systemische Therapie?

Systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Zentrales Konzept der Methode ist es, Probleme nicht als Störung eines einzelnen Menschen zu begreifen, sondern als Folge einer Störung im sozialen Umfeld des Individuums – also des Systems – daher die Bezeichnung systemisch. 

Mit sozialem Umfeld ist in erster Linie die Primärgruppe der Familie gemeint, das System umfasst die Gruppendynamik der Familie im kulturellen Kontext der Gesellschaft, Region und Schicht , in der sie lebt. Im Vordergrund der therapeutischen Aufmerksamkeit stehen die Beziehungen der Familienmitglieder, die Routinen und Gewohnheiten, wie sie sich gegenüber einander verhalten, wie Erwartungen und Emotionen ausgesprochen und unausgesprochen verpackt platziert und erlebt werden. 

Die behandelnden und forschenden Therapeuten hatten die damals bahnbrechende Erkenntnis herausgestellt, dass in diesen Familien, in denen ein einzelnes Familienmitglied als „krank“ galt bzw. auffällige und behandlungsbedürftige Symptome zeigte wie z.B. eine Essstörung – eine Veränderung des Miteinander-Umgehens auch zu einer Veränderung, meist zu einer Verbesserung des Symptoms des einzelnen Symptomträgers führte.  Man sprach in der systemischen Fachsprache dann von „Index-Patienten“, bei  Familien mit einem als „schizophren“ diagnostizierten Familienmitglied von „schizophrenogener Famlie“. Heute weiß man aus Erfahrung, dass auch bei weniger drastischen klinischen Symptomen zumeist ein Kind im Familienverbund als „Blitzableiter“ der innerfamiliären Konflikte dient.  So gesehen gelten z.B. auch evidente Schulschwierigkeiten eines Kindes als Ausdruck  innerfamiliärer Konflikte. Die Verbindungen und Muster der familiären Dynamik des Miteinander-Umgehens im therapeutischen Prozess zu erkennen und zu bewegen bzw. zu verändern, ist stets das Ziel der systemischen Therapie. Das kann in der Gruppe selbst, also in der Familientherapie oder in der Paartherapie geschehen, – aber auch  im Zuge neuerer Weiterentwicklungen des systemischen Ansatzes in der Einzeltherapie durchgearbeitet werden.  Diese sind dann auch fach-begrifflich  als „systemische Hypnotherapie“  zu bezeichnen.  Therapien mit sogenannten Egostates gehören auch in diese moderneren Formen systemischer bzw- psychotherapeutischer Arbeit mit Introjekten, inneren Mustern, innerem Kind und inneren Team.

Eine zentrale Methodik und Vorläufer des reflektierenden Teams  in der  systemischen  Ausbildung war die Zwei-Kammer-Methode, bei der Therapeut und Klienten in einem Raum saßen und räumlich getrennt von den Co-Therapeuten beobachtet wurden. Diese verfolgen die Therapie durch Einwegscheibe oder Videoübertragung. Behandelnde und beobachtende Therapeuten besprechen das Konzept der Therapiesitzung (Hypothesendiskussion). Das Gespräch führt der eigentliche Therapeut. Gegebenenfalls halten Therapeut und Co-Therapeut(en) während kurzer Unterbrechungen Rücksprache. Nach Ende des Gesprächs berät sich das Therapeutenteam, um eine optimale Abschlussintervention (z. B. eine Hausaufgabe oder eine Symptomdeutung) zu finden, die den Klienten direkt im Anschluss mitgeteilt wird. Sinn dieser Intervention ist, das System aus Familienmitgliedern in ihren gewohnten aber krankmachenden Interaktionsmustern zu irritieren, z.B. durch Paradoxe Interventionen  bzw. die gewohnten Beziehungsmuster zu bewegen, Neues auszuprobieren und sekundär die beklagte Symptomatik zu verändern.

Zur Historie: Der Ansatz der systemischen Therapie wurde in den fünfziger Jahren am Mental Research Institute (MRI) in Palo Alto (Kalifornien) von Don D. JacksonGregory BatesonJohn Weakland und Richard Fisch entwickelt. Später kamen Jay Haley und Paul Watzlawick hinzu. Es entstand in den 50èr Jahren die Palo-Alto-Gruppe, aus der viele systemische bzw. Paar- und Familientherapeuten hervorgegangen sind und weltweit inspiriert wurden. Prof. Paul Watzlawick kam hinzu, der selbst ein  direkter Schüler sowohl von Milton Erickson (Hypnose)  als auch von Victor Frankl (Existenzanalyse und Logotherapie) war.

Man kann nicht … nicht kommunizieren“ beschreibt das Phänomen, dass jedes Verhalten, so z.B. auch Schweigen als nicht-verbales Verhalten seine Bedeutung hat.  Für dieses Axiom wurde  Paul Watzlawick weltbekannt – ebenso für seine literarischen Standardwerke „Menschliche Kommunikation“ und „Anleitung zum Unglücklichsein“. Letztere Lektüre bietet als amüsant gestalteter Bestseller auch Nicht-Fachleuten ein praxisnahes Verständnis  einer „Paradoxen Intervention“, wie sie als ein methodisches Highlight der systemischen Therapie entwickelt worden war. Ebenso  illustrierend und amüsant wird dies in dem Film „Die Wunderübung“ dargestellt.  

Das Mailänder Modell

Einen wesentlichen theoriegeschichtlichen, aber auch praktischen Ansatz in der (systemischen) Familientherapie stellt das Mailänder Modell der Gruppe um Mara Selvini Palazzoli,dar. Sie wurden kontinuierlich unterstützt von Prof. Paul Watzlawick, der regelmäßig nach Europa, z.B. auch zu uns nach Bad Homburg und auch nach Mailand reiste und die Ergebnisse des dortigen Zentrums für Familientherapie mit den Therapeuten diskutierte. Die Mailänder Gruppe erzielte in kurzer Zeit Erfolge bei schizophrenen Familienmitgliedern und bei Essstörungen.

Eine prägende Methodik und Vorläufer des reflektierenden Teams war die Zwei-Kammer-Methode, bei der Therapeut und Klienten in einem Raum saßen und räumlich getrennt von den Co-Therapeuten beobachtet wurden. Diese verfolgen die Therapie durch Einwegscheibe oder Videoübertragung. Behandelnde und beobachtende Therapeuten besprechen das Konzept der Therapiesitzung (Hypothesendiskussion). Das Gespräch führt der eigentliche Therapeut. Gegebenenfalls halten Therapeut und Co-Therapeut(en) während kurzer Unterbrechungen Rücksprache. Nach Ende des Gesprächs berät sich das Therapeutenteam, um eine optimale Abschlussintervention (z. B. eine Hausaufgabe oder eine Symptomdeutung) zu finden, die den Klienten direkt im Anschluss mitgeteilt wird. Sinn dieser Intervention ist, das System aus Familienmitgliedern in ihren gewohnten aber krankmachenden Interaktionsmustern zu irritieren bzw. zu bewegen und sekundär die beklagte Symptomatik zu verändern.